Oktoberfest in Seoul
Bilder zum Oktoberfest gibt's hier.
Dieses Wochenende waren wir das erste mal in Seoul, tolle Stadt! Und obwohl ich wieder mal dachte, ich könnte von diesem Land nach einem Monat nicht mehr überrascht werden, wurde ich natürlich wieder eines besseren belehrt.
Aber erst mal von vorne: Wir sind mit dem KTX (Schnellzug) hingefahren. Das kostet etwa 30-35€ und dauert 2h40m. Dort angekommen konnten wir unser Gepäck bei einer netten Berlinerin abliefern. Sie hat das Programm an der Dongseo vor 2 Jahren absolviert und macht gerade ein Praktikum in Seoul. Ihr Zimmer hat nur 4 qm und kostet ca. 240€ warm!! So eine kleine Wohnung hab ich noch nie gesehn…
Auf dem Weg dorthin ist mir aufgefallen, dass an den Autos immer Telefonnummern kleben. Christoph (ebenfalls ehemaliger Teilnehmer, aus Erlangen) hat mich schnell aufgeklärt: Wenn man dort anruft, dann kommt einer vorbei und fährt dich mit deinem Auto nach Hause. Sehr praktisch, wenn man was getrunken hat.
Egal, wir sind dann gleich mal in nem tollen Bezirk ausgegangen. Und natürlich ist wieder vieles passiert, man könnte auch sagen uns zugestoßen. Erstmal sind wir durch die Straßen geschlendert.
Einen Club später haben wir uns verloren und in einer Sauna übernachtet. Das bedarf näherer Erklärung:
Hier ist es ganz üblich, in einer Sauna zu übernachten. Es kostet ca. 5-6 € und ist die billigste Art in Korea zu übernachten. Es läuft ungefähr so ab:
Erstmal einchecken, dann noch schnell in den Whirlpool. Man bekommt ein T-Shirt und ne kurze Hose gestellt und sucht sich in irgendeinem Raum in “ruhiges” Plätzchen. Meistens gibt es dünne Matten und einen kleinen Quader aus Schaumstoff, der als Kissen dient. Man kann sich natürlich auch mehrere Handtücher nehmen und diese als Decke mißbrauchen. Morgens wird Zahnpasta und Seife spendiert und man verlässt mehr oder weniger erholt das sogenannte “Jimjilbang”.
Am nächsten Tag sind wir dann noch ein bisschen durch Seoul geirrt und haben uns auch wieder fast alle gefunden. Nur Andi blieb verschollen.
Auf der Straße hab ich übrigens noch einen Händler gefunden, der diese leckeren Maden verkauft. Eine hab ich mal probiert, schmeckt knackig und doch lätschig, im Nachgeschmack irgendwie mehlig. Aussehen tun sie wie zu groß geratene Asseln, vor allem der Panzer ist noch gut zu erkennen.
Als wir dann endlich am Oktoberfest angekommen waren, waren wir erstmal baff. Das Fest fand in so etwas wie einem Vergnügungspark mitten in Seoul statt.
Was wir dann sahen war schon sehr, sehr weit von unseren Vorstellungen entfernt. Seht euch mal die Deko an, wenn ihr die Bilder durchstöbert!
Vor allem das “Festzelt”...
Und wen finden wir beim Festzelt? Natürlich den Andi, der hatte sich den ganzen Tag irgendwo in dieser 11 Millionen-Stadt rumgetrieben und verwziefelt versucht, den Taxifahrern zu erklären, was “station” heißt.
Nach einiger Zeit hatte ich mich vom Kulturschock wieder erholt und fand es dann ziemlich lustig. Auch die Kleidung der Angestellten hat mich immer wieder davon überzeugt, hier nichts ernst zu nehmen:
Einige von uns waren verrückt genug, Bratwurst zu bestellen:
Das hat geschmeckt wie Wurst aus dem Kühlschrank, für 1 Minute in der Mikrowelle erwärmt.
Das Highlight des Abends war allerdings die Showbuehne. Der Hintergrund wurde meist mit Dias aus dem München der 80er bestrahlt, im Vordergrund turnte ein übermotivierter Showmaster herum. Als Andi dann auch noch als echter Deutscher dem Publikum vorgeführt wurde, war der Abend an seinem Höhepunkt angelangt.
Am Sonntag haben wir dann noch eine kleine Schifffahrt unternommen. War ganz schön schwierig Photos zu machen, denn diese Stadt sieht dann doch etwas anders aus als unsere Europäischen Städte. Den Charme entfaltet sich erst auf der Straße, wenn man zwischen den Menschenmassen untergeht.
Danke an Christoph und Minnie, ihr habt unser super weitergeholfen.
seb
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